Kinder lieben Lernen

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"Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern"

– Henry Ford

 

Bildung ist heute mehr denn je der Schlüssel zum Erfolg. Aber was sind eigentlich gebildete Kinder? Wunderkinder mit Einser-Schnitt? Und wie wird ein Kind gebildet? Durch fleißiges Lernen? 

Heerscharen von Pädagogen erforschen, was erfolgreiche Menschen anders machen als weniger erfolgreiche. Ein Ergebnis: Reines Pauken ist es schon mal nicht, das haben Wissenschaftler der Universität Pennsylvania herausgefunden. In einem Langzeitprojekt hat das Forscherteam um den Psychologen Martin Seligmann eine Reihe von Studien zum Erfolg von Lernprogrammen aus den vergangenen 20 Jahren mit Daten von mehr als 2000 Kindern ausgewertet. Ihre Erkenntnis: Wichtiger als das Einpauken des Lernstoffs, ist die innere Haltung. Kinder, die positiv denken und selbstsicher an neue Aufgaben herangehen, lernen besser als andere. Denn sie können ihre Stärken und Fähigkeiten besser einschätzen. Das hilft ihnen, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren, Probleme realistisch zu sehen und gelassener mit Stress umzugehen.

Doch nicht nur die innere Einstellung, auch die Fähigkeit sich zu konzentrieren ist ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Lernen. Aufmerksamkeit und Konzentration stellen entscheidendes Kapital für das Gelingen dar und werden im Verlaufe der normalen Entwicklung eines Kindes, wenn es in Ruhe spielen darf und keiner übermäßigen Reizüberflutung ausgesetzt ist, ganz von selbst trainiert. Diese Erkenntnis bestätigt der Mediziner Joshua Breslau von der Universität Kalifornien. Er und sein Team haben in einer Langzeitstudie Daten aus Beobachtungen von Erziehungsstilen und Lernstandserhebungen von über 700 Kindern von der Kindergartenzeit bis zum 17. Lebensjahr ausgewertet. Das Ergebnis: Kinder, die bereits in frühem Alter Aufmerksamkeitsschwächen zeigten, wurden diese während ihrer gesamten Schullaufbahn nicht mehr los – entsprechend schlecht fielen ihre schulischen Leistungen aus. Guten Schülern dagegen fiel es leicht, sich zu fokussieren und ihre Gedanken zu ordnen. PädagogInnen, so die US-Forscher, sollten daher frühe Anzeichen für Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen unbedingt ernst nehmen und der Ursache auf den Grund gehen: 

  • Langweilt sich das Kind in der Kita? 
  • Wie ist die Situation zu Hause, gibt es genügend Freiräume, um sich in Ruhe mit einer Sache zu beschäftigen? 
  • Wird gelesen und genug gespielt? Oder stehen Computer- und TV-Konsum im Vordergrund? 

Das Wichtigste für „erfolgreiche Kinder“ ist: Sie sind neugierig und haben Freude am Ausprobieren, Erforschen und damit am Lernen. Sie lernen nicht, weil sie müssen, sondern, weil sie wollen. Sie schöpfen ihre Potenziale aus und bringen sie zur Entfaltung und wenn sie auf ihren Interessensgebieten begeistert lernen, strahlt das auch auf Bereiche aus, die sie weniger mögen. 

Mit Intelligenz, Begabung und Bulimielernen allein ist es also nicht getan, denn Motivation und Einstellungen spielen eine äußerst wichtigere Rolle. Versagensangst und Desinteresse etwa können das Lernen behindern, während Zähigkeit, Leidenschaft und eine positive Haltung zu den eigenen Fähigkeiten extrem lernförderlich sind. 

So vermitteln gute PädagogInnen Kindern Selbstbewusstsein und eine positive Lebenseinstellung: 

  • Nehmen Sie Kinder ernst 
  • Interessieren Sie sich für ihre Wünsche, Träume und Sorgen 
  • Zeigen Sie ihnen, dass Sie an sie glauben und dass sie wertvolle Menschen sind, unabhängig von jeglicher Leistung 
  • Unterstützen Sie die Interessen der Kinder 
  • Fördern Sie selbstentdeckendes Lernen und ermutigen Sie Kinder, Neues auszuprobieren

Kinder brauchen viele Freiräume, um sich selbst auszuprobieren. Deshalb ist es wichtig, dass sie lernen, eigenständig zu arbeiten. Es genügt, wenn Sie Unterstützung anbieten – aufdrängen müssen Sie sie nicht. Eingreifen ist nur dann nötig, wenn Konzentrationsstörungen oder andere Probleme auftreten.